… im Theater

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... erlebt

Oper liebt man oder eben nicht – so sagt man.

Meine erste Oper habe ich erst vor einem Jahr gesehen, jetzt war es schon die 3. Und ich weiß es immer noch nicht, ob ich sie liebe. Ich bin da hin- und hergerissen. Zuviel weiblicher Sopran finde ich anstrengend, die Musik ist oft faszinierend, die Handlungen … naja. Begeistert bin ich meist vom Bühnenbild. Und von dem Engagement und der Professionalität der Darsteller – auch wenn es manchmal nur die Ausdauer ist, über eine so lange Zeit zu singen.

Meine dritte Oper sollte also Norma von Vincenzo Bellini sein – aufgeführt im Großen Haus des Wiesbadener Staatstheaters. Das Stück wurde von Gabriele Rech sehr neu umgesetzt. Spielplatz der gesamten Oper war ein sehr modernes Schlafzimmer und die ursprüngliche gallische Priesterin mutierte zu einer modernen starken Geschäftsfrau, die ihre politischen Aufgaben nicht mit dem Privatleben vereinbaren kann. Der urspründliche Tod am Scheiterhaufen findet im Bett mit einer zu hohen Tablettendosis statt. Dazwischen das unvermeidliche Liebesdrama. Die moderne Norma wird verkörpert von Erika Sunnegardh, die bei mir leider nicht die große Begeisterung ausgelöst hat. Weder in Freud noch in Leid habe ich eine packende Emotion gesehen und für mein Laienohr war die Stimme nicht immer überzeugend. Deutlich besser kam die Geliebte Adalgisa, gesungen von Anna Lapkovskaja rüber. Sehr schön fand ich das Bühnenbild. Wie durch einen überdimensionalen Bilderrahmen schaut man aus dem Schlafzimmer in das Kriegsgeschehen. Sehr gut umgesetzt!

Die Kritiken waren sehr unterschiedlich, es wird vom Verlassen des Theaters in der Pause, von Buhh-Rufen geschrieben. In dieser Aufführung konnte ich das nicht feststellen. Aber das große Haus war nicht ausverkauft und der Applaus doch etwas verhalten. Mir ist es schwergefallen, den Gesang mit dem deutschen Übertitel zu vereinen. In der Übersetzung kamen die Dialoge teilweise reichlich platt rüber. Leider kann ich kein Italienisch um zu wissen, ob das im Original auch so ist. Bei den beiden vorangegangen Opern hatte ich dieses Gefühl nicht. Aber es gab wirklich keinen Grund für Unmut, es war eine schöne Aufführung, die zumindest – und das finde ich sehr wichtig – für Gesprächsstoff sorgt. Ein schöner Abend!

Einen schönen Abend kann man sich mit Maria Callas als Norma zu Hause machen 🙂 Nicht ganz billig aber schön und immer wieder !

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